Wednesday, November 15, 2006

Banken in England

Wer noch nie laengere Zeit in England war, glaubt es zunaechst nicht, alle anderen wissen: ALLE, wirklich ALLE Horrorgeschichten ueber englische Banken sind WAHR!!! Ich habe ein Konto eroeffnet (bis auf Online-Banking funktioniert auch schon fast alles) und ich weiss es. Es ist hart und es tut weh.

Die erste Sache ist, dass zu Beginn des Semesters in ALLEN Banken Schlangen von ungefaehr 30-40 Personen stehen. Daher liess ich mich auf dem Fresher's Fair von der Royal Bank of Scotland mit dem Versprechen einlullen, es sei alles ganz einfach... (ausserdem haben sie mir einen Sandwich-Toaster versprochen und die Filiale war gleich um die Ecke). Theoretisch hatte ich nur eine ID plus einen Brief von meinem College anbringen muessen mit folgenden Informationen: Wohnsitz, Course of Study, Funding of Studies.

Ich schleppte zudem noch folgendes an: Meinen Mietvertrag, Referenzbriefe meiner Banken in Deutschland und ewig viele Briefe meiner funding agency sowie einen Scheck ueber 3000 GBP (in worten: DREITAUSEND britische Pfund, was die erste Zahlung meines Stipendiums war - die erste von drei jaehrlich, nur um jenen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die jetzt denken ich waere Kroesus). Die Bankleute prueften alles und meinten ok, gut. Eine Woche spaeter ging ich vorbei und ploetzlich hiess es, es ginge doch nicht. Weil ich privat wohne, brauche ich einen Brief von einer offiziellen Stelle, die an meine Adresse in England gerichtet ist (Funding agency zaehlt nicht, es muss sowie wie Bankauszuege mit meiner Adresse drauf oder die Gasrechnung sein). Ich rief also bei der Gas Company an, die innerhalb einer Woche eine KOPIE der Rechnung der letzten drei Monate, als ich noch nicht in England gewohnt hatte, schickte. Das waere alles kein Problem gewesen (ist ja voellig egal, ob die Rechnung IRGENDEINE Relevanz hat). Aber die hatten meinen Namen falsch geschrieben... FF statt SS (klingt dann fast wie Waffel, :), naja egal. Eine weitere Woche spaeter erhielt ich eine weitere Kopie mit dem richtigen Namen und mein Konto (aber bislang immer noch keinen Sandwich-Toaster).

Geheime Geheimkonten

Die Ueberweisung meiner ersten Mietzahlung an meine Vermieterin war noch putziger... ich ueberwies eine Woche, bevor ich nach England fuhr, drei Wochen spaeter, war das Geld immer noch nicht auf ihrem Konto. Auf meines war aber auch noch kein Geld zurueckgeflossen. Nachdem wir eine weitere Woche gewartet hatten, fand ich heraus, dass ihre Kontonummer NICHT Bestandteil der IBAN (europaeische Geldueberweisungsnummer) war, wie das eigentlich der Fall sein sollte. Also rief ich meine Bank an, um die Ueberweisung zu canceln. Nach 3 Tagen kam die Antwort: Das Geld sei auf dem richtigen Konto bei der Auslaendischen Bank angekommen und verbucht worden, man koenne es nicht mehr zurueck holen. Ein Anruf in einem Call-Center (in Indien) der Bank meiner Vermieterin erbrachte keinen weiteren Aufschluss. Meine Vermieterin ging dann nochmal in ihre Bank mit der falschen IBAN-Nummer, zu den ich das Geld ueberwiesen hatte und fand raus, dass unter dieser Nummer tatsaechlich ein Konto unter ihrem Namen existierte, das sie NIE eroeffnet hatte. Ausser meinem Geld befand sich NICHTS auf diesem Konto... sehr merkwuerdig.

Weitere Spaesse der englischen Bank beinhalten die Weigerung, einer Person, die bereits 3 Jahre in Nordirland gelebt hatte, die Kontoeroeffnung (eines normalen Kontos) zu verweigern, mit der Begruendung, die habe ja noch nicht die notwendigen zwei Jahre im Inland gelebt. (And what the fuck is the United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland supposed to consist of???). Ausserdem werden regelmaessig sensible Kunden-Informationen in durchsichtigen Plastikbeuteln weggeschmissen - OHNE Reisswolfentsorgung...

In Nordirland werden zurzeit neue Banknoten eingefuehrt. Sie zeigen das Bild von George Best, einem vor zwei Jahren an Alkoholismus (bzw. Leberversagen) gestorbenen Ex-Fussballstar.

Was fuer ein Land!!!

3 Comments:

At 6:15 pm, Anonymous Anonymous said...

bei mir gab's auch probleme. nicht so schwerwiegende allerdings. das problem war, dass die unterschrift in meinem pass ca. 9 jahre alt war (ich war 13) und meine heutige unterschrift anders aussah. und deshalb musst der chef der filiale das persönlich absegnen und ich musste ca. so unterschreiben wie im pass damals.

 
At 8:50 am, Anonymous Anonymous said...

Grandios!!!

 
At 1:09 pm, Blogger zlatusha said...

Ah Kristin! I started learning german but I guess I wont be able soon to understand the written above :)

 

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