Thursday, October 12, 2006

Michelmas Term Week 1

Vielleicht ein kleines Wort der Erklärung zu diesem seltsamen Begriff: Oxford teilt das Jahr in Trimester, die alle einen Namen haben: Michealmas (irgendein Heiliger vermutlich, eine Kirche hier im Stadtzentrum heisst auch so), Hilary und Trinity. Ich habe KEINE Ahnung, wie lange die dauern, abgesehen von Michaelmas, das sind 10 Wochen, laut unserem Stundenplan. Ich weiss auch gar nicht, wann wir Ferien haben. Aber die Engländer, die auch neu in Oxford anfangen, sind auch alle verwirrt. Die Einführungswoche, wo ja meistens noch keine lectures sind, ist Woche 0. Jetzt ist woche 1, das heisst die Lectures haben angefangen. Aber eigentlich sind die ganz okay (abgesehen von Quantenfeld-Theorie, das ist ziemlich verwirrend und erinnert mich an meine ersten Vorlesungen an der Uni - Herr K. lässt grüßen).

Ich bin jetzt gerade zuhause ohne Internet, deswegen weiss ich gar nicht, ob ich schon von diesem unglaublichen Mensa-Style erzählt habe. Es gibt hier ja keine richtigen Mensen, bzw. die sind alle entweder ganz winzig und gehören zu einzelnen Departements/Instituten/Gebäuden oder sie gehören zu einem College und sind unglaublich stylisch. Plus das Essen ist unglaublich gut. Von dem Graduate Dinner habe ich ja ein bisschen erzählt, im Alltag ist das Essen natürlich nicht so unglaublich unglaublich 3-Sterne mäßig, aber offen gestanden auch nicht weit davon entfernt.

Erst einmal ist der Speisesaal meines Colleges mit langen Tafeln bestückt, an denen man Platz nimmt, sobald man einzeln (jeder muss bezahlen) eingetreten ist. Dann stehen alle auf, um den Einzug der Dozenten und Professoren zu würdigen. Der Dean, oder derjenige der den Vorsitz am High Table hat, spricht ein Gebet auf Latein, dann schlägt er mit einem Hämmerchen auf den Tisch und leitet damit das Dinner ein. Daraufhin wird das Licht gedimmt. Beim Dinner wird man bedient, das heisst es ist mit MEHREREN Löffeln, Messern und Gabeln gedeckt, Wasser und die einzelnen Gänge werden an den Tisch gebracht. Die Vorspeise war am Montag Spinat-Blumenkohl-Minze-Suppe mit Brot. Die Hauptspeise bestand aus Erbsen und Möhren sowie Reis und (Wild)Gulasch mit Rotweinsauce und Pilzen. Die Hauptspeise wird einem auf den Teller gegeben, Beilagen nimmt man sich. Nachspeise war ein Beeren-Kuchen mit Vanillesauce (alternativ kann man frische Früchte oder Saft oder so wählen). Wasser gibt es während des Essens aus Karaffen. Das ganze kostet 3 Pfund, ca. 4.50 Euro. Okay, teurer als in der Mensa, aber ungleich besser und auch nicht viel teurer als ein großer Döner. Und sicher billiger als Döner mit Cola.

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